Archiv der Kategorie: Allgemein

Start ins neue Schuljahr unter Pandemiebedingungen

Lüften gegen Corona – die Schulen sind vorbereitet

Willkommen zurück in der Schule: Ab Montag sollen alle Kinder wieder Präsenzunterricht erhalten. Foto: Stadt Wertheim

Willkommen zurück in der Schule: Ab Montag sollen alle Kinder wieder Präsenzunterricht erhalten. Foto: Stadt Wertheim

Am Montag beginnt in den Schulen der „Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen“. Ab dem neuen Schuljahr sollen alle Kinder wieder Präsenzunterricht erhalten. Das erfordert Rücksichtnahme und Disziplin von allen Mitgliedern der Schulgemeinschaft – Schüler, Lehrer, Eltern, Verwaltungs- und Betreuungskräfte. Denn der Gesundheitsschutz steht an oberster Stelle. Zum Start des neuen Schuljahres 2020/21 weist die Stadtverwaltung auf einige wichtige Regelungen und Neuerungen hin.

Hygienekonzepte
Nach detaillierten Vorgaben des Kultusministeriums haben alle Wertheimer Schulen Hygienekonzepte erarbeitet. Die Einhaltung der darin festgehaltenen Regeln ist entscheidend für einen gelingenden Schulbetrieb. Gründliche Händehygiene und die Beachtung der Husten- und Niesetikette sollten inzwischen selbstverständlich sein. Hinzu kommt die Wegeführung beim Betreten und Verlassen der Schule sowie innerhalb des Gebäudes, um „Begegnungsverkehr“ zu vermeiden. Die Hygienekonzepte machen genaue Vorgaben zum regelmäßigen Lüften der Schulräume, auch die Reinigungsauflagen wurden nochmals verschärft. Alle Schulen sind mit ausreichend Desinfektionsmittel versorgt.

Maskenpflicht
In Baden-Württemberg besteht im Unterricht keine Pflicht, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Wer möchte, kann dies jedoch tun. Außerhalb des Klassenzimmers sind aber ab Montag neben den Erwachsenen auch Schülerinnen und Schüler ab der 5. Klasse verpflichtet, eine Maske zu tragen. Das gilt auf dem Schulgelände und im Gebäude, etwa auf den Fluren, auf dem Schulhof und auf Toiletten.
Aufgehoben ist ab dem neuen Schuljahr das Abstandsgebot zu und zwischen den Schülerinnen und Schülern. Erwachsene hingegen, zum Beispiel Lehrkräfte, Eltern oder Beschäftigte, müssen weiterhin 1,50 Meter Abstand zueinander halten.

Ausstattung für digitalen Unterricht: 278 Notebooks und Tablets stehen nun zur Ausleihe an Schüler zur Verfügung. Foto: Stadt Wertheim

Ausstattung für digitalen Unterricht: 278 Notebooks und Tablets stehen nun zur Ausleihe an Schüler zur Verfügung. Foto: Stadt Wertheim

Leihgeräte für digitalen Unterricht
Für einen eventuellen Wechsel zwischen häuslichem Lernen und Präsenzunterricht sind die Wertheimer Schulen inzwischen gut ausgestattet. Aus dem „Sofortausstattungsprogramm Digitalpakt Schule“ von Bund und Land hat die Stadt als Schulträger rund 231.000 Euro für die Beschaffung von Tablets und Notebooks erhalten. Die Geräte sollen Schülerinnen und Schülern leihweise zur Verfügung gestellt werden, denen zuhause die technische Ausstattung für die Teilnahme am digitalen Unterricht fehlt. Die Stadtverwaltung hat den Bedarf der Grund- und weiterführenden Schulen im Juli abgefragt und während der Sommerferien insgesamt 278 Geräte beschafft. Eine Woche vor Beginn des neuen Schuljahres konnten die 107 Notebooks und 171 Tablets den Schulen zur Verfügung gestellt werden.

Verstärkerbusse
Der Landkreis, der für den Schülerverkehr zuständig ist, hat zusätzliche Busse in Auftrag gegeben. Damit will er die Kapazitäten erweitern und das Schüleraufkommen auf einzelnen Linien entzerren. Derzeit sind für den Bereich Wertheim in der ersten Schulwoche vier Verstärkerfahrten vorgesehen:
Linie 971 um 7.18 Uhr: Hundheim – Dörlesberg – Sachsenhausen – Vockenrot – Reinhardshof, Süd – Wertheim, Burgblick – Wertheim, Rettungswache – Wertheim, ZOB – Bestenheid, Bildungszentrum
Linie 972 um 13.20 Uhr: Wertheim, Gymnasium – Wertheim, ZOB – Bestenheid, Bildungszentrum – Grünenwört – Mondfeld – Boxtal – Rauenberg – Ebenheid
Linie 974 um 13.05 Uhr: Bestenheid, Bildungszentrum – Bestenheid, Breslauer Straße – Wertheim, ZOB
Linie 976/975 um 7.18 Uhr: Hofgarten – Eichel – Wertheim, Gemeinschaftsschule – Wertheim, Salon-de-Provence-Ring Nord – Wertheim, Salon-de-Provence-Ring Süd – Wertheim, ZOB – Bestenheid, Bildungszentrum

Umgang mit Krankheitssymptomen
Für den richtigen Umgang mit Krankheits- und Erkältungssymptomen bei Kindern und Jugendlichen haben das Sozialministerium und das Landesgesundheitsamt Empfehlungen herausgegeben. Wer nur einen Schnupfen hat, heißt es darin, darf trotzdem die Schule besuchen. Eltern, Ärzte und Pädagogen sollen jedoch ganz genau hinschauen, wenn bei Kindern und Jugendlichen im Herbst Erkältungssymptome auftreten. Kinder, die eindeutig krank sind, gehen nicht in die Schule – genau, wie vor der Corona-Pandemie auch. Schnupfen ohne weitere Krankheitszeichen hingegen sei ausdrücklich kein Ausschlussgrund.

wertheim.de

Begabungen entwickeln und Kreativität wecken

Hector Kinderakademie fördert Grundschüler

Die Hector Kinderakademie Wertheim fördert junge Talente unter anderem in Naturwissenschaft, Technik und auch Kunst. Foto: Hector Kinderakademie

Die Hector Kinderakademie Wertheim fördert junge Talente unter anderem in Naturwissenschaft, Technik und auch Kunst. Foto: Hector Kinderakademie

An den Wertheimer Schulen hat in dieser Woche für viele Mädchen und Jungen wieder oder erstmalig der Unterricht begonnen. Besonders begabte Grundschüler haben seit bald zehn Jahren die Möglichkeit, Kurse der Hector Kinderakademie zu besuchen. Zwischen 100 und 120 Kinder nutzen jährlich auf Empfehlung ihrer Schulen die etwa 45 Kursangebote.

Die 2010 gegründete Hector-Kinderakademie Wertheim ist eine von fünf Kinderakademien im Staatlichen Schulamtsbereich Künzelsau. Der Schwerpunkt liegt auf dem Mint-Bereich mit den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Darüber hinaus sollen die Schüler zu selbstständigem und entdeckendem Arbeiten angeregt und in ihrer Sozialkompetenz gefördert werden.

Die Akademie befindet sich an der Otfried-Preußler-Schule im Stadtteil Reinhardshof. Hier bieten vor allem ein voll ausgestatteter Physik-Chemie-Raum und ein Computer-Zimmer zahlreiche Möglichkeiten. Als qualifizierte Dozenten wirken Experten aus Wirtschaft und Kultur sowie weitere Lehrkräfte. Kursgrößen von durchschnittlich sechs bis zehn Kindern erlauben eine individuelle Förderung.

Neben dem Fokus auf Naturwissenschaft, (Lego-)Technik und Medienproduktion werden an der Akademie seit langem auch künstlerische Kurse angeboten. Diese fördern die Kreativität und das Kunstverständnis der Kinder. Darüber hinaus können die Mädchen und Jungen auf spielerische Weise die Grundlagen der französischen Sprache erlernen. Wegen der vielfältigen Verwurzelung des Themas „Glas“ in der Stadt gehört auch dieser Bereich von Beginn an zum Bestandteil des Kursrepertoires.

Weitere Informationen gibt es auf der → Homepage der Kinderakademie.

Das Wahlfach Orchester wird bei Dertingens Grundschülern immer beliebter (Paywall)

Schon fast ein ganzes Blasorchester | Foto: Petra Folger-Schwab – main-echo.de

Im­mer mehr Kin­der in der Grund­schu­le Der­tin­gen be­geis­tern sich für das Mu­si­zie­ren. Das Wahl­fach Or­ches­ter gibt es seit 2013. Die Grup­pen, die früh­er Blä­s­er­klas­se ge­nannt wur­den, wa­ren zu Be­ginn sehr klein.

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Mandelberg Grundschule als Referenzschule für Medienbildung vorgestellt

Dertinger Schule ist Vorreiter bei der Medienbildung
Neue Aufgabe als Referenzschule für den ganzen Landkreis

Als Referenzschule für Medienbildung wurde die Mandelberg-Grundschule Dertingen mit der notwendigen Technik ausgestattet. Das Bild zeigt bei der Präsentation (von links) Bürgermeister Wolfgang Stein, Rektor Tobias Spielmann und Lehrerin Julia Löffler. Foto: Stadt Wertheim

Als Referenzschule für Medienbildung wurde die Mandelberg-Grundschule Dertingen mit der notwendigen Technik ausgestattet. Das Bild zeigt bei der Präsentation (von links) Bürgermeister Wolfgang Stein, Rektor Tobias Spielmann und Lehrerin Julia Löffler. Foto: Stadt Wertheim

Die Mandelberg-Grundschule in Dertingen ist Referenzschule für Medienbildung in dieser Schulart im Main-Tauber-Kreis. Am Freitag wurden das Projekt und die dafür notwendige Technik einem großen Kreis an Interessierten vorgestellt und demonstriert. Rund 43.000 Euro hat die Stadt dafür investiert. Nimmt man noch die Verkabelung dazu, dann sind es sogar gut 160.000 Euro.

Zwischen 35 und 40 Minuten verbringt ein typischer Grundschüler täglich online, verriet Rektor Tobias Spielmann. Zum weit überwiegenden Teil schauen die Kinder Filme an, viele spielen, aber gut 14 Prozent suchen auch gezielt nach Informationen. „Die Digitalisierung, die neuen Medien, haben längst auch hier Einzug gehalten“ und weil so viele Mädchen und Jungen Zugriff auf entsprechende Geräte haben, kommt der Medienerziehung schon in der Grundschule so große Bedeutung zu.

Bürgermeister Wolfgang Stein zeigte sich stolz, dass die Mandelberg-Grundschule in Dertingen „Referenzgrundschule“ für den gesamten Main-Tauber-Kreis ist. Die Grundvoraussetzung wurde mit der Verkabelung der Bildungseinrichtung bereits im Jahr 2014 geschaffen. Danach griff die damalige Schulleiterin Susanne Keupp das Modellprojekt auf, ihr Nachfolger Tobias Spielmann führte es weiter. Im April 2016 wurde eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Stadt, dem Landes- und dem Kreismedienzentrum sowie dem Staatlichen Schulamt unterzeichnet. Die Beschaffung der notwendigen Hard- und Software sowie der Präsentationstechnik folgte.

Als Referenzschule ist es nun Aufgabe der „Dertinger“, interessierte Schulen, Lehrkräfte und Schulträger beim Einstieg in die Medienbildung in der Grundschule zu beraten, über Entwicklungen im medienpädagogischen Bereich zu informieren und erarbeitete Materialien bereitzustellen. „Dafür sind wir gut, nein sehr gut ausgestattet“, betonte Schulleiter Spielmann.

An den anwesenden Schulamtsdirektor Alois Schmitt richtete Bürgermeister Stein die freundliche, gleichwohl nachdrückliche Aufforderung, die zusätzlichen Aufgaben sollten sich in zusätzlichen Lehrerstunden niederschlagen. Der ließ den Ball allerdings nicht lange in seinem Spielfeld liegen. „Dafür braucht es die Politik“, machte er klar.

Lehrerin Julia Löffler, die an der Mandelberg-Grundschule zusammen mit ihrer Kollegin Katrin Cruse für das Thema zuständig ist, demonstrierte einige Programme und was man damit „anstellen“ kann. Viel Beifall verdienten sich die Drittklässlerinnen Jenna und Nina, die sich vor großes Publikum wagten, um diesem ein Ergebnis ihrer Arbeit vorzustellen. Für kräftige Lacher sorgte ein leider zu kurzer Ausschnitt aus dem von den damaligen Erstklässlern hergestellten bebilderten Hörspiel „Lotte und das Unzelfunzel“. Da war die Frage, die Tobias Endres, der medienpädagogische Berater des Kreismedienzentrums, anschließend stellte, nämlich „braucht man das?“ eigentlich schon beantwortet. „Die Wirklichkeit hat sich verändert, ob uns das gefällt oder nicht“, stellte er fest. Man dürfe die Augen davor nicht verschließen.

Anke Leucht, Regionalbetreuerin beim Landesmedienzentrum, lobte die Dertinger. Sie hätten schon viel erreicht. Die hier entwickelten Konzepte werden landesweit zur Verfügung gestellt, denn in diesem Fall ist „Abschauen erlaubt“.